Header

Search

Neues H2R Working Paper von PD Dr. med. Isabel Kolm-Djamei

A new working paper by PD Dr. med. Isabel Kolm-Djamei has been published and is available on our website

Isabel Kolm-Djamei (2026). Soll man dem Klima zuliebe weniger Kinder bekommen? Die Geschichte der ökologisch-motivierten Birthstrike-Bewegung – eine Geschichte ohne Happy End. Download

Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die individuelle moralische Verantwortung in der Klimakrise, insbesondere ob Menschen ihre Fortpflanzung angesichts ökologischer Folgen einschränken sollten. Sie analysiert die international beachtete, ökologisch motivierte Birthstrike-Bewegung (#BirthStrike), die durch bewussten Verzicht auf eigene Kinder auf die existenziellen Bedrohungen des Klimawandels aufmerksam machte. Die Motive der «Birthstrikerinnen» reichten von der Reduktion des eigenen CO₂-Fussabdrucks – gestützt auf Studien, die den Verzicht auf eigene Kinder als besonders effektive individuelle Klimaschutzmassnahme ausweisen – bis hin zur Sorge, potenzielle Nachkommen in eine ökologisch instabile Zukunft zu setzen. Durch die öffentliche Thematisierung ihrer reproduktiven Entscheidung wollten die Aktivistinnen politischen Druck für strukturelle Klimaschutzmassnahmen erzeugen und für intergenerationelle Gerechtigkeit sensibilisieren. In der öffentlichen Debatte wurde die Bewegung jedoch häufig missverstanden und mit Vorwürfen wie Misanthropie, Antinatalismus oder Ökofaschismus konfrontiert. Als Faktoren für das Scheitern der Bewegung werden mediale Fehlinterpretationen, Klimaleugnung und epistemische Ungerechtigkeit identifiziert.

Subpages